Februar, 2022

Einstiege ins Umweltmanagement

Neben den „klassischen" Umweltmanagementsystemen EMAS und ISO 14001 haben sich mittlerweile mehrere „Einsteigerlösungen" etabliert. Sie richten sich besonders an kleine und mittlere Unternehmen und ermöglichen es, mit reduziertem Aufwand einzelne Umweltmanagementbausteine umzusetzen und damit betriebliche Verbesserungspotenziale zu erschließen. „ÖKOPROFIT" als eines der bekanntesten Programme beruht beispielsweise auf einer Kooperation zwischen Kommunen und ansässigen Firmen und deckt die wichtigsten Themenfelder des betrieblichen Umweltschutzes ab. Eine erste Bestandsaufnahme in Form von Umweltchecks ist der Regelfall. Diese bieten sich generell als „Eintrittskarte" in einen systematischen betrieblichen Umweltschutz an. Mit dem Förderprogramm ECOfit unterhält das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg dabei ein eigenständiges Förderprogramm, das den Einstieg ins Umweltmanagement unterstützt.


Umweltchecks

  • Wo liegen die größten Energieverbraucher im Betrieb?
  • Sind meine Energie- und Materialkosten zu hoch?
  • Werden Gefahrstoffe ordnungsgemäß gelagert?
  • Und wie sieht es mit der Abfallvermeidung und -trennung aus?

Solche und ähnliche Fragen spielen bei der Durchführung eines Umweltchecks die entscheidende Rolle. Ziel eines umweltbezogenen Checks ist es, eine erste Bestandsaufnahme in Sachen Umweltschutz zu ermöglichen und Ansatzpunkte für gezielte Verbesserungsmaßnahmen und Kosteneinsparungen zu erschließen.

Ein Umweltcheck lässt sich mit Hilfe standardisierter Checklisten oder computergestützter Fragebögen oftmals selbst durchführen. Im Internet sind entsprechende Hilfsmittel zum Teil kostenlos verfügbar. Noch wirkungsvoller ist meistens die zusätzliche Hinzuziehung von Fachleuten aus spezialisierten Unternehmensberatungen, Kammern oder Verbänden. Diese durchleuchten gemeinsam mit den Betrieben vor Ort alle wesentlichen Bereiche und Abläufe und erstellen eine solide Analyse. Etwaige Kosten für die Beratung amortisieren sich in aller Regel binnen kurzer Zeit über umgesetzte Verbesserungsmaßnahmen. Geeignete Ansprechpartner, in diesem Fall aus Baden-Württemberg sind beispielsweise die Umweltberater des baden-württembergischen Handwerks oder die Umweltreferenten der Industrie- und Handelskammern.


Vereinfachte Umweltmanagementansätze

Viele kleine und mittlere Unternehmen haben erkannt, wie wichtig der betriebliche Umweltschutz für die Unternehmensentwicklung ist. Schließlich sind damit meist erhebliche Kosteneinsparungen verbunden.

Oft fehlen jedoch die Zeit und das Wissen, ein systematisches Umweltmanagement wie EMAS im Betrieb aufzubauen. Eine gute Gelegenheit, hier dennoch nicht den Anschluss zu verlieren, bieten vereinfachte Umweltmanagementansätze, von denen es mittlerweile eine ganze Reihe in Deutschland gibt. Bei allen Modellen werden einzelne Bausteine des Umweltmanagements (z. B. eine erste Bestandsaufnahme, die Formulierung von Umweltleitlinien oder das Festhalten einzelner Verbesserungsmaßnahmen in einem Umweltprogramm) umgesetzt - vielfach auch als Gruppenansatz mit anderen Unternehmen zusammen. In der Regel wird auf eine externe Validierung bzw. Zertifizierung verzichtet oder die abschließende Kontrolle erfolgt kostengünstig durch eigens geschulte Auditoren. Die meisten vereinfachten Umweltmanagementansätze bilden Vorstufen zu EMAS oder ISO 14001 und eignen sich deshalb gut für einen schrittweisen Einstieg ins Umweltmanagement


weiterführende Informationen

Quelle:
LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg
Griesbachstraße 1, 76185 Karlsruhe
Telefon: 0721/5600-0
E-Mail: poststelle@lubw.bwl.de

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