November 2019

Gute Noten bei der Ökobilanz für Recycling-Gold

Ergebnisse des NAGold-Projektes im Edelmetall-Kolloquium „Der Klimafußabdruck von Gold“

Gold-Glitzer

Im Rahmen des Pforzheimer Edelmetall-Kolloquiums, das erstmals von der Fachvereinigung Edelmetalle e.V. veranstaltet wurde, hat Professor Mario Schmidt von der Hochschule Pforzheim am Montag, den 18. November 2019, die Ergebnisse des NAGold‐Projektes vorgestellt. „In Pforzheim wird hochwertiger Goldschrott verarbeitet und das auf hohem technischen Niveau. Wie unsere Analysen nun ergaben, liegen die Werte für die Ökobilanz von diesem recycelten Gold um Größenordnungen, das heißt um Zehnerpotenzen unter den gängigen Werten von ca. 10 bis 20 Tonnen CO2 pro Kilogramm Gold,“ fasste Schmidt die Ergebnisse zusammen. „Der Klimafußabdruck von recyceltem Gold aus hochwertigem Schrott liegt bei etwa 53 Kilogramm CO2 pro Kilogramm Gold. Er liegt damit nicht nur deutlich unter dem Wert für die Primärgewinnung aus dem Bergbau, sondern auch unter dem Wert für das Recycling von Elektronikschrott, der bei etwa einer Tonne CO2 pro Kilogramm Gold liegt“, berichtete Projektleiter Schmidt.

York Alexander Tetzlaff, Geschäftsführer der Fachvereinigung Edelmetalle, wies darauf hin, dass Kreislaufwirtschaft und Recycling schon immer die DNA der Edelmetallwirtschaft seien. Weiter führte Tetzlaff aus, dass die Nachfrage nach Gold 2018 weltweit bei rund 1.800 Tonnen im Investmentbereich gelegen habe, 2.600 Tonnen für Schmuck und technische Güter. „Mehr als zwei Drittel davon stammen aus der Primärgewinnung aus Bergwerken, der Rest aus Recycling“, so Tetzlaff. Die Nachfrage nach Gold erfordere somit beide Quellen. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, werde Gold in Deutschland weitgehend aus hochwertigem Schrott, z.B. aus Schmuck, gewonnen. „Scheideanstalten in Deutschland sind typischerweise zertifiziert von Lieferketten-Initiativen wie dem Responsible Jewellery Council (RJC) oder der London Bullion Market Association (LBMA). Damit verschreiben sie sich dem verantwortungsvollen Bezug von Rohstoffen, einer verantwortungsvollen Produktion und auch einer weitestmöglichen Schonung der Umwelt“, so Tetzlaff.

Dies sei eine wesentliche Voraussetzung für den günstigen Klimafußabdruck des Goldes,
erklärte Professor Schmidt im Panoramasaal des Sparkassenturms: „Deshalb kommt es sehr auf die Herkunft des Goldes an. Kann nachgewiesen werden, dass das Gold nicht aus der Primärgewinnung oder aus einer zweifelhaften Goldwäsche stammt, so verbessert sich seine Ökobilanz drastisch.“

Das Forschungsprojekt wurde am Institut für Industrial Ecology (INEC) durchgeführt. NAGold steht für „Nachhaltigkeitsaspekte der Goldgewinnung und des Goldrecyclings und Lehren für ein umfangreiches Metallrecycling“ und wurde in den vergangenen drei Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Als Unternehmen waren aktiv die Pforzheimer Firmen C.Hafner GmbH + Co. KG und die Agosi Allgemeine Gold- und Silberscheideanstalt AG beteiligt. Sie hatten sich bereit erklärt, Einblick in ihre Prozesse zu geben.

Im Anschluss sprachen die Geschäftsführer der beiden beteiligten Unternehmen eine Keynote. Unter dem Titel „Die Rolle der Unternehmen – Transparenz und Verantwortung in der Lieferkette“ bekannten sich Dr. Philipp Reisert von Hafner sowie Franz-Josef Kron von der Agosi zum Pforzheimer Modell der Goldgewinnung. Zum Schluss gaben Sie in einer Publikumsdiskussion mit Vertretern der Politik einen Ausblick auf die Zukunft. Mit auf dem Podium saßen die Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum (CDU) aus Pforzheim und Michael Thews (SPD) aus Lünen sowie die Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann (Grüne).


Quelle und weitere Informationen

idw


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