März, 2021

Start-up-Szene wird grüner

DBU: Nachhaltige Digitalisierung als Schlüssel zur Lösung von Umweltproblemen

Zum dritten Mal ist der Green Start-up-Monitor veröffentlicht worden. Ein Ergebnis: Der Anteil der grünen Start-ups steigt auf fast 30 Prozent. Copyright: Borderstep Institut

Berlin. Die Start-up-Szene in Deutschland wird zunehmend grüner: Der Anteil der Green Start-ups an allen deutschen Start-ups ist im Vergleich zu den Vorjahren deutlich auf fast 30 Prozent angestiegen. Das ergibt eine aktuelle Studie des Borderstep Instituts und des Bundesverbands Deutsche Start-ups (beide Berlin), die nach 2019 und 2020 zum dritten Mal erstellt wurde. Der „Green Start-up-Monitor“ (GSM) ist fachlich und finanziell von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert worden.

Bundesweit rund 6.000 grüne Start-ups

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde sieht in den grünen Start-ups ein „enormes Innovationspotenzial“. Sie seien anpassungsfähig, kreativ und digital ausgerichtet. Bonde: „Eine nachhaltige Digitalisierung kann ein Schlüssel zur Lösung von Umweltproblemen sein.“ Mit einem eigenen Förderprogramm unterstütze die Stiftung nachhaltig orientierte Gründungen bereits seit zwei Jahren. Laut Green Start-up Monitor 2021 leisten die rund 6.000 grünen Start-ups in Deutschland mit ihren umweltfreundlichen Produkten, Dienstleistungen und Serviceangeboten einen wichtigen Beitrag zu Klima- und Umweltschutz. Und: Sie sind demnach mit ihren zukunftsfähigen Arbeitsplätzen und sozialen Lösungen auch ein immer wichtigerer Wirtschafts- und Gesellschaftsfaktor.

Herausforderungen in der Covid-19-Pandemie

Als „grün“ im Sinne der Studie werden Start-ups eingestuft, die drei Kriterien erfüllen: eine Zuordnung zum Nachhaltigen Wirtschaften (Green Economy), eine strategisch-nachhaltige Ausrichtung und eine bereits erfolgte Übersetzung dieser Strategie in die Unternehmens-Kennzahlen (Key Performance Indikatoren, KPIs). Die drei größten Herausforderungen grüner Start-ups seien aktuell, wie auch in den letzten beiden Jahren, der Vertrieb (63 Prozent), die Kapitalbeschaffung (49) und die Produktentwicklung (46). Die durch die Covid-19-Pandemie erheblich veränderten Bedingungen im Geschäftsumfeld haben dem Green Start-up-Monitor zufolge dazu geführt, dass sich einige der bekannten Herausforderungen noch einmal zugespitzt haben.

Doppelte Dividende bei den grünen Neugründungen

Neben wirtschaftlichen Effekten wie der Schaffung von Arbeitsplätzen und Renditen für Kapitalgeber (ökonomische Dividende) erzeugen laut GSM grüne Start-ups auch einen gesellschaftlichen Mehrwert. Zu dieser „gesellschaftlichen Dividende“ gehören zum Beispiel die Beiträge der nachhaltigen Gründungen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen. „Diese innovativen und wachstumsorientierten jungen Unternehmen liefern nicht nur überzeugende Produkte, sondern schaffen zusätzlich für die Gesellschaft als Ganzes positive Wirkungen“, betont Prof. Dr. Klaus Fichter, Direktor des Borderstep Instituts und Mit-Autor der Studie. „Grüne Startups zeichnen sich also durch eine doppelte Dividende aus“, so Fichter. Grüne Start-ups stellen in allen Bundesländern einen bedeutenden Anteil aller Start-ups. Bundesweit lag dieser Wert im vergangenen Jahr im Durchschnitt bei fast 30 Prozent. Beim Vergleich untereinander schneiden die Bundesländer unterschiedlich ab: Besonders grün geprägt sind laut GSM Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland (jeweils ein Anteil von 35 Prozent), Hessen (32), sowie Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Sachsen (jeweils 29 Prozent).

Der Green Start-up-Monitor 2021 kann kostenfrei heruntergeladen werden: https://www.borderstep.de/wp-content/uploads/2021/03/GreenStartupMonitor2021.pdf


Quelle und weitere Informationen

Website idw


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