April 2018

Richtlinienreihe VDI 4800 „Ressourceneffizienz“

Obwohl Ressourceneffizienz (RE) in fast allen Industriezweigen auf der Agenda steht und der Begriff häufig in Öffentlichkeit und Medien verwendet wird, gab es bisher keine einheitliche Definition, was konkret unter Ressourcen oder Ressourceneffizienz zu verstehen ist und was nicht. Das machte es kaum möglich zu messen, wie ressourceneffizient ein Produkt oder ein Prozess ist. Der VDI hat sich die Aufgabe gestellt, das Profil des Begriffs Ressourcen­effizienz zu schärfen und Ressourceneffizienz messbar zu machen.

VDI 4800 Blatt 1 „Ressourceneffizienz; Methodische Grundlagen, Prinzipien und Strategien“

Die neue Richtlinie VDI 4800 Blatt 1 gibt jetzt erstmalig abgestimmte Definitionen und methodische Grundlagen und Prinzipien einer Ressourceneffizienzbewertung. Sie geht weit über das klassische Umweltmanagement hinaus, da sie die großen RE-Potenziale mit Hilfe einer umfassenden unternehmensstrategischen Betrachtung von Produkten und Produkt-Service-Systemen über den gesamten Lebenszyklus aufzeigt. VDI 4800 Blatt 1 bildet den Rahmen der VDI-Richtlinienreihe zu Ressourceneffizienz. Sie definiert und erläutert praxisnah wesentliche Begriffe und Rahmenbedingungen, methodische Grundlagen und setzt sich mit möglichen Zielkonflikten von RE auseinander. Anhand von 36 Beispielen mit dem Bezug zum Produkt oder zum Produktionsprozess wird gezeigt, wie sich RE-Maßnahmen in die Praxis umsetzen lassen. Somit gibt die Richtlinie Unternehmen und Dienstleistungsanbietern Hilfestellungen und Anregungen, Potenziale für Verbesserungen zu identifizieren.

VDI 4800 Blatt 2 „Ressourceneffizienz; Bewertung des Rohstoffaufwands“

Die Richtlinie stellt den Adressaten eine operationalisierbare Methodik zur Verfügung, um den insgesamt mit einzelnen Stoffen, Produkten, Produktgruppen oder ganzen Unternehmens­bereichen oder Unternehmen verbundenen Rohstoff-, Wasser-, und Flächenaufwand sowie deren relativer Knappheit quantifizieren, bewerten und vergleichen zu können. Sie beschreibt die Methodik zur Sachbilanzierung, die Analyse der Kritikalität und der Ableitung von Absicherungsmaßnahmen und gibt praktische Hilfestellungen zur Auswertung und Ergebnisdarstellung. Die Richtlinie unterstützt Unternehmen dabei, einzelne Stoff-, Prozess- und Produktalternativen miteinander vergleichen und beurteilen zu können. Auch die Analyse rohstoffwirtschaftlicher Abhängigkeiten und die Frage des Versorgungsrisikos einzelner Rohstoffe sind in diesem Zusammenhang von herausragender Bedeutung. Ergebnisse dienen der weiteren Formulierung von Beschaffungs- und Rohstoff­strategien unter dem Gesichtspunkt der Ressourceneffizienz.


Quelle und weitere Informationen:

Verein Deutscher Ingenieure

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