Mai 2020

"Leitsätze einer Kreislaufwirtschaft" des Umweltbundesamts

08.05.2020 Das Institut für Baustoff-Forschung e. V. begrüßt die "Leitsätze einer Kreislaufwirtschaft" des Umweltbundesamts (UBA). Ein Schwerpunkt des im März 2020 veröffentlichten Papiers ist die Substitution natürlicher Ressourcen durch Sekundärrohstoffe.

Jetzt gelte es, die Vorgaben der wissenschaftlichen Experten des UBA bundesweit vor allem in Ausschreibungen zu Bauvorhaben verbindlich umzusetzen, sagt Thomas Reiche, Geschäftsführer des FEhS-Instituts. "Eisenhüttenschlacken haben bei der Herstellung von Zement, Beton, Straßenbaustoffen und Düngemitteln in den letzten sieben Jahrzehnten in Deutschland über eine Milliarde Tonnen Naturgestein ersetzt. Sie leisten damit einen großen Beitrag zur Schonung der immer knapper werdenden natürlichen Ressourcen." Er erwartet im Rahmen der derzeitigen Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes die flächendeckende Zulassung und – soweit wirtschaftlich verfügbar – auch die bedingte Bevorzugung von Sekundärbaustoffen bei öffentlichen Ausschreibungen, die teilweise immer noch explizit Natursteine bevorzugen.
 
Die "Leitsätze einer Kreislaufwirtschaft" des Fachbereichs „Nachhaltige Produktion, Produkte, Kreislaufwirt­schaft“ am Umweltbundesamt beschreiben in neun Kapiteln die Grundzüge einer nachhaltigen und ressourceneffizienten Ökonomie. Skizziert werden unter anderem die Ziele wie die Schonung natürlicher Ressourcen sowie Klima- und Umweltschutz, die bevorzugte Bewirtschaftung mit Sekundärmaterialien, die Vermeidung von Abfällen und Reststoffen, den möglichst langen Werterhalt von Produkten, die Vermeidung von Schadstoffen sowie die Verantwortung aller Akteure.
 
Mit den Leitsätzen des UBA werden nach dem "EU Green Deal" von Dezember 2019, der Rohstoffstrategie der Bundesregierung von Januar 2020 und dem "Circular Economy Action Plan“ der EU im März 2020 erneut die Förderung der Kreislaufwirtschaft und die Bedeutung von Sekundärrohstoffen für nachhaltiges Wirtschaften betont. Eisenhüttenschlacke, ein Nebenprodukt aus der Stahlindustrie, vermeidet nicht nur die Nutzung natürlicher Ressourcen. Der künstliche Mineralstoff leistet auch einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. So konnten die CO2-Emissionen durch den Einsatz von Hüttensand bei der Zementherstellung allein in Deutschland in den letzten Jahrzehnten um mehr als 200 Millionen Tonnen reduziert werden.


Quelle und weitere Informationen

umweltwirtschaft.com


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