Oktober, 2020

inter 3 Kreislaufwirtschaftsexperte für Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert.

Wolf Raber, Kreislaufwirtschaftsexperte des inter 3 Instituts für Ressourcenmanagement, ist mit der "Waste-to-Resource-Unit“ für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung 2021 nominiert. Entwickelt wurde die Lösung zur ganzheitlichen Nutzung von Lebensmittelabfällen in einem Ideenwettbewerb mit Kolleg:innen des Fraunhofer IME, der Universitäten Bonn, Lüneburg und Münster sowie dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik. Insgesamt sind drei Finalisten für den Forschungspreis nominiert. Ab sofort kann per Online-Voting unter http://www.forschungspreis.de über die beste Idee zum Thema „Urbane Bioökonomie“ abgestimmt werden. Der Preis wird am 4. Dezember 2020 in Düsseldorf verliehen.

Imagebild, Copyright: Natalie Laibach

Vom Reststoff zum Rohstoff: Urbane Bioökonomie als echte Kreislaufwirtschaft

Die mobile und dezentral einsetzbare Bio-Raffinerie kann in Kantinen, Supermärkten, Wohnkomplexen und ähnlichen Einrichtungen eingesetzt werden. Direkt vor Ort werden gemischte Lebensmittelabfälle hygienisiert und die organischen Rohstoffe über eine Algenproduktion zu hochwertigen Ressourcen umgewandelt. Das können je nach Zusammensetzung der Nahrungsmittelreste z. B. Biomasse, Proteine, Pigmente, Vitamine oder Antioxidantien für die Lebensmittelproduktion sein. „Vom Algenkeks bis zum Smoothie − was mit moderner Technologie mittlerweile möglich ist, hat mich begeistert,“ berichtet Wolf Raber. „Besonders vorteilhaft ist aus meiner fachlichen Sicht, dass alles direkt vor Ort passiert und Lebensmitteln ein ‚zweites Leben‘ geschenkt wird. So werden Transportwege abgebaut und Wertkreisläufe aufgebaut.“ Das Ergebnis: Die Rohstoffeffizienz in Städten kann gesteigert und die Umweltbelastung gesenkt werden.

In zwei Tagen vom Forschungslabor zur unternehmerischen Bioökonomie-Idee

Die Idee zur modularen Bio-Raffinerie in Container-Bauweise ist während des zweitägigen Ideenwettbewerbs zum Nachhaltigkeitspreis entstanden – selbstverständlich auf Basis jahrelanger Forschung. „Wichtig für den Erfolg war vor allem, dass wir uns im Team über Fachgrenzen hinweg – Chemie, Mikrobiologie, Ingenieur- und Lebensmitteltechnik, Sozialwissenschaft – sehr gut verständigen und zielorientiert zusammenarbeiten konnten,“ betont Wolf Raber. inter 3 hat zu diesem Zweck eigene Methoden wie die Konstellationsanalyse oder das transdisziplinäre Innovationsmanagement entwickelt. Sie helfen beispielsweise dabei, sich ein gemeinsames Bild der Lage zu verschaffen oder Strategien für die praktische Umsetzung und Geschäftsmodellentwicklung zu erarbeiten – und in konkreten Aktionsplänen festzuhalten.

Dr. Susanne Schön, Wissenschaftliche Leiterin von inter 3, stellt erfreut fest: „Die Nominierung ist ein toller Erfolg für das Team um Wolf Raber. Und sie macht deutlich, dass agile Forschung möglich ist und Wissenschaft wirksam werden kann. Dass also der Weg in die Praxis nicht ewig dauern muss, auch wenn er durchaus steinig sein kann.“

Die von der Jury ausgewählten drei Finalisten werden am 2., 3. und 4. November 2020 in der 3sat-Wissenschaftssendung „nano“ vorgestellt. In Kürze ist das Video aus dem Ideenwettbewerb unter http://www.forschungspreis.de zu sehen.

Wolf Raber: Experte für Kreislaufwirtschaft und Stoffstromanalysen

Umweltingenieur Wolf Raber ist seit 8 Jahren bei inter 3 als Experte für Kreislaufwirtschaft in nationalen und internationalen Forschungsprojekten und Beratungsaufträgen unterwegs, u.a. in Südafrika, Marokko, Brasilien, Iran oder China. Ob Abwasser, Bioabfall oder Mikroplastik – sein Credo: Daraus kann mehr und etwas Besseres werden!

inter 3 − Damit Wissenschaft wirksam wird

Das Berliner inter 3 Institut für Ressourcenmanagement verfügt über 20 Jahre Erfahrung in der anwendungsorientierten Nachhaltigkeitsforschung, u.a. im Bereich urbane Bioökonomie, Wasser- und Energieinfrastrukturen sowie Wasser- und Landmanagement. Es berät Forschungsgruppen, Ministerien oder Kommunen, wie sie wissenschaftliche Ergebnisse wirksam in die Praxis bringen können. Mehr Informationen unter www.inter3.de.

Hintergrund: Das Forschungsteam „Waste-to-Resource-Unit“

Die Bio-Raffinerie „Waste-to-Resource” wurde von einem interdisziplinären Team entwickelt. Neben Wolf Raber gehören dazu Natalie Laibach, Universität Bonn, Daniel Pleissner, Leuphana Universität Lüneburg, Dr. Boje Müller, Fraunhofer IME/Westfälische Wilhelms-Universität Münster sowie Sergiy Smetana vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik e.V.

Hintergrund: Deutscher Nachhaltigkeitspreis Forschung

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Forschung wurde 2012 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ins Leben gerufen, um nachhaltigkeitsbezogene Forschungsleistungen Deutschlands zu würdigen. Mehr Informationen zum Nachhaltigkeitspreis, den Finalisten und dem Online-Voting unter http://www.forschungspreis.de.


Quelle und weitere Informationen

Website idw


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