Dezember, 2020

Deutscher Nachhaltigkeitspreis, Bundespreis Ecodesign 2020 und Green Product Award für Trierer Absolventen

2020 war ein außergewöhnliches Jahr für den Campus Gestaltung: Zum Jahresende wurden gleich mehrere innovative und besonders nachhaltige Ideen von Absolventinnen der Fachrichtung Kommunikationsdesign mit Preisen auf Bundesebene ausgezeichnet.

Bildnachweise:
tresta: Lampen und Weinkühler aus Tresterabfällen, Green Product Award. Foto: Katharina Hölz
Deutscher Nachhaltigkeitspreis für die Cocolette. Foto: Laura Ullmann


Mehr denn je sind Vorbilder gefragt, die den Wandel in der Klimakrise voranbringen. Wie auch in vielen anderen Bereichen und Institutionen, so sind auch am Campus Gestaltung die Themen Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus gerückt. Immer wieder beschäftigen sich studentische Projekte mit Themen wie Upcycling, Müllvermeidung und Umweltschutz. Denn nicht nur typische Bereiche wie Technik und Forschung, auch Design leistet einen wertvollen Beitrag zur Veränderung der Gesellschaft und befindet sich in einem ständigen Prozess der Fortentwicklung. Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten und bildet eine perfekte Ergänzung zu traditionellen Gestaltungsmitteln. Es fordert ein Umdenken, den Einsatz neuer Materialien oder die Wiederentdeckung alter Techniken.

1) Deutscher Nachhaltigkeitspreis für die „Cocolette“

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis prämierte im Dezember 2020 zum 13. Mal die besten Ideen und Konzepte zum Thema Nachhaltigkeit und ökologischer Wandel. Mit fünf Wettbewerben und über 800 Bewerbern ist es die größte Auszeichnung dieser Art in Europa. Gewinnerin dieses renommierten Preises auf Bundesebene in der Kategorie „Zukunftsvisionen“ ist Absolventin Laura Ullmann aus der Fachrichtung Kommunikationsdesign, betreut wurde sie bei der Produktentwicklung zur ökologischen Sandale "Cocolette" von Prof. Anita Burgard.
Jährlich landen weltweit tonnenweise ausgediente Plastikschlappen als Abfall im Meer. Designerin Laura Ullmann hat mit "Cocolette” einen intelligenten Gegenentwurf kreiert, der nicht nur aus ökologischer Sicht überzeugt, sondern auch modisch ist. Die “Cocolettes” werden aus rein natürlichen Materialien hergestellt und sind am Ende ihres Produktlebens vollständig kompostierbar. Die Sohlen aus Kokosfasern werden in Deutschlands einziger mechanischer Kokosweberei produziert: Seit 1938 arbeitet die Weberei Schär im Eifeldorf Eisenschmitt/Salmtal bereits mit dem Naturmaterial. Die Riemen bestehen aus Pinatex®, einem innovativen Naturtextil, das aus den Fasern von Ananasblättern hergestellt wird. Das Leder der Innensohle wird pflanzlich mit nachwachsenden Gerbstoffen gegerbt. Jedes Stück ist ein von Hand gefertigtes Unikat, das am Ende des Schuhlebens zu 100% der Natur zurückgeführt werden kann.
https://www.instagram.com/cocolette_shoes

2) Green Product Award für tresta®: Kelterabfälle werden zu Lampen, Weinkühlern und Ladenbauelementen

Die "Cocolette" wurde Ende 2020 zusätzlich mit dem Green Product Award ausgezeichnet. Auch die innovative Produktentwicklung "tresta®" von Katharina Hölz, ebenfalls Absolventin der Fachrichtung Kommunikationsdesign, wurde mit diesem Nachhaltigkeitspreis geehrt. 200.000 Tonnen Kelterabfall (Stiele, Kerne, Schalen) – sogenannter Trester – fallen in Deutschland jährlich an. Das Gros bleibt ungenutzt. Als nachhaltige Designerin führt Katharina Hölz diese Biomasse in einen neuen Lebenszyklus ein. Aus Trester entwickelt sie Materialien und Produkte, die natürlich nachwachsend und biologisch abbaubar sind. Die Pressrückstände werden mit natürlichen Bindemitteln kombiniert – der Werkstoff für Weinkühler und Lampen, die optisch und haptisch überzeugen. Je nach Traubensorte und Kelterung ist das Material heller oder dunkler. Betreut wurde die Produktentwicklung von Prof. Anita Burgard.
www.tresta-design.de

3) „Alte Sorten – Neu entdeckt“ gewinnt Bundespreis Ecodesign 2020
in der Kategorie "Nachwuchs"

Das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt vergeben den Bundespreis Ecodesign seit 2012 jährlich gemeinsam mit dem Internationalen Design Zentrum Berlin. Der Preis zeichnet herausragend gestaltete, nachhaltige Produkte, Dienstleistungen und Konzepte aus. Insgesamt 147 Einreichungen wurden gesichtet und bewertet. Die Ehrung der GewinnerInnen durch Bundesumweltministerin Svenja Schulze fand am 30. November 2020 im Bundesumweltministerium statt.
Die Bachelorarbeit „Alte Sorten – neu entdeckt“ von Jana Hoffmann wurde in der Kategorie "Nachwuchs" ausgezeichnet. Das modulare Verkaufs- und Informationssystem macht verschwundene Gemüsesorten wieder erlebbar: Booklets, Saatgutpakete und Beetstecker klären über lang vergessene Nutzpflanzen wie Knollenziest, Cardy oder Melde auf – Sorten, die im Zuge der Industrialisierung zum größten Teil durch Hybridsaatgut ersetzt wurden. Im Gegensatz zum heutigen Supermarktgemüse sind die alten Sorten samenfest und einfach vermehrbar. Das Projekt motiviert auf ansprechende Weise dazu, alte Sorten im eigenen Garten anzubauen und trägt so zum Erhalt der der Nutzpflanzenvielfalt bei, die so wichtig für ein funktionierendes Ökosystem ist. Betreut wurde das Projekt von Prof. Andreas Hogan aus der Fachrichtung Kommunikationsdesign und Prof. Ingo Krapf aus der Fachrichtung Innenarchitektur.


Quelle und weitere Informationen

Website idw


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